Trockene Haut im Winter: Das hilft

Gerade in der kalten Jahreszeit machen trockene Heizungsluft und Kälte unserer Haut zu schaffen. Oft reagiert sie mit Trockenheit, Spannungsgefühlen oder Juckreiz. Wer seine Haut richtig pflegt und ein paar Tipps beherzigt, kommt allerdings auch ohne grosse Hautprobleme durch den Winter.

Dr. med. Piotr J. Michel beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema trockene Haut im Winter.

Warum haben wir im Herbst und Winter vermehrt mit trockener Haut zu kämpfen?

Im Winter ist die Luft trockener – einerseits durch Heizungen in Innenräumen, aber auch im Freien herrscht eine tiefere Luftfeuchtigkeit. Zudem entziehen die tiefen Temperaturen unserer Haut zusätzlich Feuchtigkeit, was ebenfalls zu trockener Haut führt.

Was steckt hinter trockener Haut im Herbst & Winter?

In der kalten Luft ziehen sich die Blutgefässe unter der Haut zusammen, um die Körperwärme zu speichern. Die Durchblutung ist weniger stark, dadurch erhält die Haut weniger Sauerstoff und Nährstoffe. Auch der Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Die Erneuerung der obersten Hautschicht verlangsamt sich, der Reparaturmechanismus ist eingeschränkt. Zudem stellen die Talgdrüsen ihre Fettproduktion ein, wenn die Temperatur unter acht Grad sinkt. Damit fehlt trockener Haut der schützende Fettfilm: Das Wasser verdunstet schneller von der Hautoberfläche. Die geringe Luftfeuchtigkeit bei niedrigen Temperaturen und die trockene Luft in geheizten Räumen begünstigen diesen Prozess zusätzlich. Der Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und kalten Aussentemperaturen ist trocknet die Haut ebenfalls aus.

Kann ich auch vorbeugend etwas tun, um trockene Haut in der kalten Jahreszeit zu vermeiden?

Wer mit regelmässiger Pflege zum Aufbau der hauteigenen Schutzbarriere beiträgt und so die natürliche Widerstandskraft der Haut stärkt, reagiert weniger empfindlich auf äussere Einflüsse wie Kälte. Das gelingt am besten durch eine regelmässige Pflege der Haut mit feuchtigkeitsspendenden Produkten.
Wenn die Temperaturen sinken, ist es ratsam, der Haut mehr Feuchtigkeit zuzuführen – von aussen, durch feuchtigkeitsspendende Cremes- und von innen, indem man auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet. Cremes mit hohem Fettanteil dienen für die Haut ausserdem als eine Art Schutzfilm, der die Kälte abhält und verhindert, dass zu viel Feuchtigkeit entweicht und so trockener Haut vorbeugt.

Was hilft konkret wenn ich im Herbst und Winter unter trockener Haut leide?

Sie sollten vermeiden, dass sie zusätzlich austrocknet, etwa durch langes und heisses Duschen und Baden. Und indem Sie die Haut regelmässig mit Feuchtigkeit in Form von reichhaltigen Cremes versorgen. Wer im Winter unter trockener Haut leidet, sollte zudem auf aggressive Reinigungsprodukte verzichten und Pflegeprodukte, die der Haut Feuchtigkeit entziehen, vermeiden. Wer vor einem Aufenthalt im Freien eine Schutzcreme verwendet, schützt die Haut zusätzlich. Regelmässiges Eincremen nach dem Baden oder Duschen hilft ebenfalls, um der Haut ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen. Ausserdem kann man seine Haut durch geeignete Bekleidung vor der Kälte schützen, etwa mit Handschuhen.

Welche Rolle spielt dabei eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von Innen, also etwa durch Trinken?

Neben einer ausreichenden Versorgung der Haut von aussen durch Lotionen und Cremes, ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Mindestens 2 Liter Wasser oder Kräutertees benötigt unser Körper täglich, um sämtliche Funktionen gut wahrnehmen zu können. Auch die Haut profitiert davon. Ausserdem kann eine ausgewogene Ernährung ebenfalls einen positiven Effekt auf die Haut haben: Neben Vollkornprodukten sollten auch Obst, Gemüse und in Massen Fisch, Fleisch und Eier regelmässig auf dem Speiseplan stehen. Denn auch Mineralstoffe und Vitamine wie Vitamin A, C oder E, Zink oder Magnesium sind wichtig für eine schöne und gesunde Haut. Das gilt auch für ungesättigte Fettsäuren, die etwa in Nüssen oder Pflanzenölen vorkommen.

Was hilft besser bei trockener Haut: Cremige oder ölige Produkte?

Wasser-in-Öl-Produkte haben einen relativ hohen Fettgehalt, sind also sehr reichhaltig und eignen sich deswegen gut für besonders trockene Haut. Produkte mit einer Öl-in-Wasser-Formulierung sind leichter und daher eher für nur leicht trockene Haut geeignet. Reine Öle können eine sinnvolle Ergänzung sein, sofern sie natürlich und von hoher Qualität sind, etwa bei einem Vollbad. Am Ende ist es auch ein wenig eine Geschmacksfrage, was man lieber mag.

Fürs Gesicht sind allzu ölige oder fettige Produkte nicht empfehlenswert, sie können die Talgdrüsen verstopfen und so die Entstehung von Unreinheiten begünstigen.

Sollte ich beim Duschen oder Baden etwas beachten?

Heisse Duschen und Vollbäder beginnen der Haut nach ungefähr 10 Minuten Feuchtigkeit zu entziehen und schwächen den hauteigenen Lipidfilm. Wer also eher kürzer und nicht zu heiss duscht, tut seiner Haut etwas Gutes. Badeöle als Zusatz im Wasser hinterlassen auf der Haut einen Schutzfilm, der die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und sie im Gegensatz zu Schaumzusätzen nicht austrocknet. Nach dem Baden oder Duschen empfiehlt es sich zudem, die Haut gründlich mit einem feuchtigkeitsspendenen Produkt einzucremen. Gut dafür geeignet sind Produkte mit Urea, Glycerin, Ceramiden, Jojoba- oder Mandelöl.

Was kann ich gegen besonders trockene Hautstellen tun?

Hände, Füsse, Schienbeine, Arm- und Kniebeugen oder auch das Gesicht können besonders von trockenen Hautstellen betroffen sein. Indem man diese Partien gut schützt und sie mit Spezialsalben behandelt, kann man die extreme Trockenheit der Haut oft in den Griff bekommen. Hier ist es ratsam, sich bei einem Dermatologen oder in der Apotheke beraten zu lassen, welche Produkte am besten geeignet sind.

Gerade Hände können durch äussere Einflüsse wie Chemikalien oder häufiges Waschen zusätzlich ausgetrocknet werden. Neben dem Tragen von Handschuhen, können auch schützende Salben für die Haut helfen

Wann sollte ich mit meiner Trockenen Haut zum Dermatologen?

Wenn Sie von Natur aus zu trockener Haut neigen, helfen Hautschutz und auf eine regelmässige, auf den Hauttyp abgestimmte Pflegeprodukte. Manchmal reicht es, die Pflegeroutine zu verändern, andere Produkte zu wählen, mehr zu trinken und sich ausgewogener zu ernähren oder die Anschaffung eines Luftbefeuchters, um den Hautzustand zu verbessern.
Zum Arzt sollte man hingegen, wenn die Haut relativ plötzlich sehr trocken wird, oder sich mit der Trockenheit Symptome zeigen wie starker Juckreiz, gerissene Hautstellen oder nässende Ekzeme. Diese können Hinweis auf eine Haut-Erkrankung sein, die von einem Dermatologen abgeklärt und behandelt werden sollen.

 

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Dr. med. Piotr J. Michel-Dziunycz, Leiter der DKZ

Dr. med. Piotr J. Michel-Dziunycz

Dr. med. Piotr J. Michel-Dziunycz ist Co-Inhaber und ärztlicher Leiter der Dermatologie Klinik Zürich AG (DKZ) und erfahrener Mohs-Chirurg.

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