Irritierte Haut im Sommer und gesunde Haut im Vergleich

Hilfe bei Hautirritationen im Sommer

Die Haut ist die natürliche Barriere unseres Körpers. Als das grösste Organ ist sie aber auch anfällig für äussere Umwelteinflüsse, wie UV-Strahlen, Reizstoffe oder auch Allergene. Ebenfalls können innere Faktoren das Erscheinungsbild negativ beeinflussen. Gerade im Sommer beklagen sich viele Menschen über Pusteln, Rötungen, Juckreiz und Pickel auf der Haut. Meistens verschwinden diese nach kurzer Zeit wieder. Bei Menschen mit sensibler Haut können diese Reaktionen jedoch länger anhalten und Warnsignale der Haut sein, die auf eine allergische Reaktion oder sogar auf eine Allergie hinweisen.

Was bedeutet sensible Haut?

Streng genommen ist sensible oder empfindliche Haut kein klar definierter Hauttyp. Die sensible Haut reagiert im Unterschied zur »normalen« Haut schneller auf Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen, Reinigungsprodukte, Chlor- und Salzwasser oder auch auf aufreibende Stoffe wie Wolle mit Kribbeln, Juckreiz, Rötungen, Schuppungen, Trockenheitspickeln und Spannungsgefühlen. Gerade im Sommer benötigt sensible Haut besonderen Schutz.

Ursachen für sensible Haut

Es gibt viele Faktoren, die bei sensibler Haut zu Hautirritationen führen können, darunter Kosmetika oder Parfums mit Duft- und Konservierungsstoffen – aber auch zu viel Sonneneinstrahlung an heissen Sommertagen. Meist treten die Irritationen genau an den Stellen auf, an denen das Produkt mit der Haut in Berührung gekommen ist. Die Familiengenetik oder Hautfarbe spielen ebenfalls eine Rolle. Denn hellere Hauttypen reagieren oftmals empfindlicher als dunklere. Im gesunden Zustand reguliert die Haut fast von allein den Feuchtigkeitshaushalt, wehrt Bakterien und Verunreinigungen ab und bekämpft freie Radikale, die zu Zellschäden führen. Ist dieser Säureschutzmantel porös, können schädliche Umwelteinflüsse ungehindert bis in die tieferen Hautschichten vordringen und dort Entzündungsreaktionen auslösen.

Wann handelt es sich um eine allergische Reaktion oder Hautallergie?

Typische Symptome für eine Hautallergie, auch allergische Kontakt-Dermatitis genannt, sind Jucken, Schwellungen, Rötungen oder Ekzeme. Genau hier liegt das Problem: Hautallergien und sensible Haut zeigen ähnliche Symptome, die Ursachen sind jedoch grundverschieden. Allergiker reagieren auf einen (oder auch mehrere) bestimmte Stoffe, sogenannte Allergene, während sensible Haut Ausdruck einer Überlastung ist. So sind immer mehr Menschen, nicht nur mit sensibler Haut, im Sommer von der sogenannten Mallorca-Akne oder Sonnenallergie betroffen. Beides wird oft miteinander verwechselt. Bei der Mallorca-Akne, fachspezifisch Acne aestivalis genannt, handelt es sich um eine Reaktion auf das benutzte Lichtschutzmittel, die sich mit ausschlagartigen Pickeln auf der Haut bemerkbar macht. Sie tritt häufig auf, nachdem man ein paar Tage intensiv in der Sonne verbracht und sich wie empfohlen eingecremt hat. Bei den Betroffenen bilden sich dann an verschiedenen Stellen des Körpers entzündliche Pickel, die jucken und einen Aufenthalt in der Sonne unmöglich machen. Hier empfiehlt sich, die Sonne zu und vor allem das benutzte Produkt zu meiden und sich überwiegend im Schatten aufzuhalten. Halten die Symptome vier-fünf Tage an, sollte ein Hautspezialist aufgesucht werden.

 

Eine Sonnenallergie bekommen manche Menschen, wenn sie der ersten Sonne des Jahres ohne ausreichenden Lichtschutz ausgesetzt waren. Hier hilft es schon oft, wenn die Haut gekühlt und die direkte Sonnenbestrahlung für einige Zeit vermieden wird.

 

Allergene wiederum können eingeatmet (Pollen, Milben, Schimmel), über die Nahrung eingenommen (Milch, Eier, Nüsse und Meeresfrüchte), durch Medikamente (zum Beispiel Antibiotika) oder Insektenstiche ausgelöst oder über die Haut (Metall, Reinigungsmittel, Kosmetika, Sonnenlicht) aufgenommen werden.
Eine Reaktion auf ein Allergen ist zunächst spürbar, aber kaum sichtbar. Erst nach und nach setzen Brennen, Rötungen und Schwellungen ein. Neben dieser Kontaktallergie gibt es noch weitere Allergien, die verschiedene Hautreaktionen hervorrufen können, wie etwa eine Sonnen- oder eine Lebensmittelallergie.

Wie entstehen Haut-Allergien?

Kommt es zu einer allergischen Reaktion des Körpers, ist dies eine Überreaktion des Immunsystems auf vermeintlich harmlose Umweltstoffe. Dabei nimmt der Körper die auslösenden Stoffe (Allergene) fälschlicherweise als Bedrohung wahr und das Immunsystem entwickelt zur Gegenwehr Antikörper. Ab diesem Zeitpunkt sieht es jeden Kontakt damit als Angriff und fährt die Abwehrmechanismen hoch. Deshalb tritt die Allergie nicht unbedingt an der Stelle auf, an welcher zum Beispiel das auslösende Produkt in Kontakt mit der Haut getreten ist.

Was unternehmen bei sensibler Haut oder allergischen Reaktionen?

Um Trockenheit, Spannungsgefühl, Kribbeln, Jucken, Brennen sowie Rötungen zu lindern und die Hautbarriere zu stärken, sollte die sensible Haut geschont und ganz besonders auf sanfte Reinigungs- und Pflegeroutinen geachtet werden. Bei überempfindlicher Haut gilt der Grundsatz: Die Haut nicht überpflegen! Sehr empfindliche Haut kann selbst durch das Wasser oder eben durch verschiedene Pflegeprodukte gereizt reagieren. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ein Hauttagebuch zu führen. Damit können Sie dokumentieren, wann und in welchen die Situationen die Hautreizung auftrat und erkennen unter Umständen bereits die ersten Anzeichen einer Allergie. In vielen Fälle hilft bereits ein Produktwechsel oder eine Nahrungsumstellung. Im Sommer sollte bewusst darauf geachtet werden, sich nicht permanent und vor allem nicht ohne geeigneten Lichtschutz der Sonne auszusetzen.

 

Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Hautirritationen ist es in jedem Fall ratsam, einen Dermatologen aufzusuchen. Dieser untersucht genau die Ursachen und erstellt eine auf Sie abgestimmte Behandlung.

Ursachenforschung erster Schritt

Bei dem Verdacht auf eine Allergie ist die genaue Diagnose des Auslösers der erste Schritt zu einer effektiven Therapie. Unsere Dermatologie-Spezialisten beachten auch die detaillierte Krankengeschichte und ermitteln dann mittels Prick-Test das Allergen/oder die Allergene. Im Anschluss daran wird das weitere Vorgehen individuell besprochen und ein Therapie-Plan erstellt.

 

Share on facebook
Share on twitter
Share on email

Diese Themen könnten Sie auch interessieren.

Dermatologie

Allergien im Frühling

Allergien wie auch Haut-Allergien sind weit verbreitet. Obwohl meist nur lästig, sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

* Pflichtfelder
Dr. med. Piotr J. Michel-Dziunycz, Leiter der DKZ

Dr. med. Piotr J. Michel-Dziunycz

Dr. med. Piotr J. Michel-Dziunycz ist Co-Inhaber und ärztlicher Leiter der Dermatologie Klinik Zürich AG (DKZ) und erfahrener Mohs-Chirurg.

Möchten Sie einen Termin buchen?

Folgen Sie uns

Meistgelesene Artikel