Cosmeceuticals

Cosmeceuticals: Mit Wissenschaft gegen Falten & Co.

Unter Cosmeceuticals versteht man Hautpflegeprodukte, die pharmazeutische Wirkstoffe in hohen Konzentrationen enthalten und so in den Grenzbereich zwischen Kosmetik und Arzneimittel fallen. Der Name Cosmeceuticals setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen „cosmetics“ und „pharmaceuticals“.

Durch die Verbindung der beiden Fachrichtungen entstehen Produkte, die die Anwendung von Kosmetika mit den Vorteilen von pharmakologischen Produkten kombinieren. Dies geschieht in erster Linie durch die enthaltenen Inhaltsstoffe und deren Konzentration. Oft enthalten Cosmeceuticals die höchste zulässige Menge an pharmazeutischen Wirkstoffen, um noch als Kosmetik zu gelten und nicht als medizinisches Produkt, für das wiederum andere Zulassungshürden gelten und das verschreibungspflichtig ist.

Hoch konzentrierte Wirkstoffe

Die Wirkstoffe in Cosmeceuticals sind in der Regel höher dosiert als jene in herkömmlichen Kosmetikprodukten. Transporthilfsstoffe, so genannte Trägerstoffe, helfen dabei, die Wirkstoffe dahin zu bringen, wo sie ihre Wirkung am besten entfalten können.

Durch ihre Zusammensetzung und ihre Inhaltsstoffe tragen Cosmeceuticals dazu bei, tiefer in die Hautschichten vorzudringen. Dies geschieht durch Wirkstoffe, die oftmals den Bestandteilen der menschlichen Haut nachempfunden sind und so in tiefere Hautschichten vordringen können. Dort kommt es zu einer Reaktion, die Hautprozesse beeinflusst oder beschleunigt.

 

Besonders häufig werden Cosmeceuticals verwendet, um Alterungsprozesse der Haut zu verlangsamen. Oft werden in Cosmeceuticals hochkonzentrierte Vitamine und Retinoide eingesetzt, um der Haut die fehlenden Bausteine, welche mit dem Alterungsprozess verloren gehen, wieder zuzuführen.

Alterung zeigt sich durch fehlendes Volumen – ein Anti-Aging Konzept macht Sinn

Auch in der ästhetischen Dermatologie spielt die Hyaluronsäure eine wichtige Rolle zur Faltenunterspritzung, zur Gesichtsmodellierung oder um Volumen aufzubauen. Der Alterungsprozess im Gesicht zeigt sich oftmals nicht nur durch Fältchen, sondern auch durch fehlendes Volumen oder erschlaffende Konturen. Durch die Injektion von Hyaluronsäure können Konturen modelliert und Falten reduziert werden, um dem Gesicht wieder zu mehr Volumen und jugendlicher Frische zu verhelfen.

 

Wichtig ist unserer Hautklinik eine gründliche Beratung, eine stufenweise Schritt-für-Schritt-Behandlung und ein langfristiges Konzept für ein natürliches Ergebnis.

 

Hautähnliche Stoffe

Oft wird mit hautidentischen oder hautähnlichen Stoffen gearbeitet – zum Beispiel mit Lipiden, Enzymen, Proteinen, Vitaminen, Peptiden oder Antioxidantien.

 

Eine Übersicht über die wichtigsten Inhaltsstoffe:

Vitamin A / Retinol

Behandlungen mit Hyaluronsäure-Injektionen sind weitestgehend Retinol oder Vitamin A gilt als Königin unter den dermakosmetischen Inhaltsstoffen, aus gutem Grund: Retinol oder Retinoide sind äusserst potente Wirkstoffe im Kampf gegen Hautalterung. Sie können Falten reduzieren, unterstützen den Aufbau der Hautstruktur und wirken als Antioxidantien gegen freie Radikale. Freie Radikale sind jene Krawallmacher, die im Körper allerlei Schaden anrichten, indem sie unsere Zellen zerstören, was unter anderem zu frühzeitiger Hautalterung führt.

 

Zudem verfeinert Retinol das Hautbild, lässt Poren kleiner erscheinen und hilft auch noch gegen Akne. Bei so viel Lobpreisung muss allerdings auch erwähnt werden, dass Retinol die Haut lichtempfindlich macht: Eine Anwendung am Abend und ein hoher Sonnenschutz sind also Pflicht. Zudem kann Retinol bei Anfänger:innen auch zu Hautreizungen und Trockenheitsgefühlen führen. Hier lohnt es sich, mit geringen Konzentrationen einzusteigen und auf Produkte zu setzen, die beispielsweise mit Squalan angereichert sind.

Vitamin C

Vitamin C ist wohl eines der bekanntesten Vitamine, wenn es um eine ausgewogene Ernährung geht. Doch auch im Anti Aging Bereich ist der Wirkstoff nicht mehr wegzudenken. Vitamin C hat einerseits eine starke antioxidative Wirkung, das heisst, es schützt unsere Haut vor den Schäden, die freie Radikale verursachen. Ausserdem regt es die Kollagenbildung der Haut an. Da Kollagen ein wichtiger Bestandteil unserer Haut ist und dort für Festigkeit und Spannkraft sorgt, ist die Kollagensynthese eine wichtige Eigenschaft im Kampf gegen Hautalterung. Durch die entzündungshemmende Wirkung von Vitamin C ist es ausserdem ein guter Partner im Kampf gegen Akne und kann auch bei Pigmentflecken helfen, weil es eine übermässige Melanin-Bildung hemmt – die Ursache von Pigmentstörungen. In Kosmetikprodukten wird das Vitamin oft unter dem Namen Ascorbinsäure oder auch L-Ascorbinsäure aufgeführt.

Vitamin E

Der Wirkstoff ist in der Lage, die Haut vor Zellschäden zu schützen, Schäden an der Haut zu reparieren, gut durchfeuchtet zu bleiben, das Hautbild zu verbessern. Auch Vitamin E ist – wie viele Anti Aging Wirkstoffe – ein starkes Antioxidans. Das Vitamin kann aber noch mehr: Es liefert der obersten Hautschicht Feuchtigkeit, die Haut kann so insgesamt langfristig mehr Feuchtigkeit binden. Vitamin E stärkt dadurch die natürliche Schutz- und Barrierefunktion der Haut. Eine gut durchfeuchtete Haut wirkt nicht nur praller und jünger, es entstehen auch weniger Trockenheitsfältchen. Ausserdem fördert Vitamin E die Zellneubildung der Haut, weswegen der Wirkstoff auch oft in Wundheilcremes Verwendung findet. Besonders zu erwähnen ist die verbesserte Sonnenschutzleistung der Haut unter dem Einfluss von Vitamin E.

Niacinamid (Vitamin B3)

Niacinamid ist ein Vitamin B3 Derivat mit antioxidative Eigenschaften, schützt die Haut also vor freien Radikalen und beugt so vorzeitiger Hautalterung vor. Zudem regt der Stoff die körpereigene Kollagen- und Elastinbildung an. Vitamin B3 unterstützt den Körper bei der Bildung von Lipiden und Ceramiden, welche essenziell sind für die Schutzfunktion der Haut. Eine intakte Hautbarriere sorgt dafür, dass die Haut weniger Feuchtigkeit verliert und resistenter gegen äussere Einflüsse bleibt. Zudem hemmt Niacinamid die Melaninsynthese und wirkt so der Entstehung von Pigmentstörungen entgegen. Ausserdem wird die Haut durch den Wirkstoff nicht nur mit Feuchtigkeit versorgt, sondern sie wird insgesamt beruhigt, Poren verfeinert und Unreinheiten reduziert.

Ceramide

Vereinfacht gesagt sind Ceramide spezielle Fette, die unsere Hautbarriere aufbauen, sie sind der Hauptbestandteil der obersten Schicht unserer Haut – der Hornschicht. . Ceramide sind essenziell für die Barriere- und Schutzfunktion unserer Haut und auch für ihren Feuchtigkeitshaushalt. Kosmetika mit Ceramiden helfen unserer Haut also dabei, ihre Schutzfunktion aufrechtzuerhalten, sich zu regenerieren und feucht zu halten. Ceramide bilden die Grundlage für eine gesunde und damit schöne Haut. Ist die Haut besser durchfeuchtet, sieht sie rosiger aus und hat weniger Fältchen.

Ferulasäure

Weizen, Reis, Erdnüssen, Orangen und Bananen vorkommt. Es neutralisiert freie Radikale und ergänzt die antioxidative Wirkung der Vitamine C und E für eine sichtbare Anti-Aging-Wirkung. Ferulasäure wirkt entzündungshemmend und regt die Kollagen- und Elastinsynthese in der Haut an. Auf diese Weise wird auch ihre Spannkraft deutlich erhöht und der Teint strahlt wieder prall, frisch und ebenmässig

Glykolsäure

Glykolsäure ist eine natürlich vorkommende Alpha-Hydroxysäure, etwa in Zuckerrohr oder Trauben. Sie kann allerdings auch synthetisch gewonnen werden. Die Säure unterstützt den Erneuerungsprozess der Haut und wird oft in Form von chemischen Peelings eingesetzt, welche eine keratolytische – also verhornungslösende Wirkung haben, sodass die Verhornung abgetragen wird und dadurch das Hautbild und die Hautstruktur klarer und ebenmässiger wirken.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure kommt natürlicherweise in unserem Körper vor und zeichnet sich unter anderem durch die Eigenschaft aus, enorme Mengen an Wasser binden zu können. Mit zunehmendem Alter verliert unsere Haut an Hyaluronsäure, sie wirkt weniger prall und feucht. Hyaluronsäure ist einer der wenigen Wirkstoffe, dessen Anti-Falten-Wirkung in Studien belegt ist. Zudem versorgt sie die Haut mit Feuchtigkeit und lässt sie dadurch praller erscheinen. Denn auch ein verminderter Feuchtigkeitsgehalt ist ein Anzeichen von Hautalterung

 

Resveratrol

Resveratrol ist ein sogenanntes Polyphenol. Polyphenole bezeichnen kurz gesagt die natürlichen Abwehrmechanismen von Pflanzen. Sie werden von den Pflanzen bei Stress ausgeschüttet, etwa bei zu viel UV-Strahlung und bekämpfen freie Radikale, wirken also antioxidativ und zusätzlich entzündungshemmend. Besonders Weintrauben oder Blaubeeren, beide für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt, enthalten viel Resveratrol. Und aus diesen Gründen ist Resveratrol auch in der Hautpflege so stark: Die Wirkung als antioxidatives Mittel ist im Bereich von Anti Aging äusserst vorteilhaft, weil freie Radikale eingefangen und entzündliche Prozesse abgeschwächt werden. Das hat einen positiven Effekt auf die Hautalterung, indem der Wirkstoff die Haut vor Schäden schützt, insbesondere vor jenen durch UV-Strahlen. Ausserdem regt Resveratrol die Kollagen-Synthese der Haut an. Kollagen ist jener Hautbestandteil, der ihr Struktur gibt und sie prall aussehen lässt.

Squalan

Squalan ist ein natürlicher Bestandteil des Lipidschutzmantels unserer Haut. Squalan bewahrt die Haut vor Feuchtigkeitsverlust und wird in der Kosmetik oft als Wirkstoff-Transporteur eingesetzt. Bei Squalan handelt es sich um ein farb- und geruchneutrales Öl, das entweder aus der Olive oder aus Zuckerrohr hergestellt wird. Ausserdem hat Squalan antioxidative Eigenschaften und verleiht der Haut ein seidiges Gefühl, ohne sich fettig oder schmierig anzufühlen.

Creme oder Serum? Und in welcher Konzentration? Welche Wirkstoffe lassen sich gut miteinander kombinieren und welche vertragen sich nicht gut? Statt sich auf gut Glück selbst die passenden Produkte zu suchen, lohnt es sich, die Haut vorgängig einer professionellen Analyse zu unterziehen. Aufgrund der hochkonzentrierten, pharmazeutischen Inhaltsstoffe sind Cosmeceuticals in der Regel teuer als herkömmliche Hautpflegeprodukte. Um kostspielige Fehlkäufe zu vermeiden, lohnt es sich, sich im Vorfeld beraten zu lassen, um das Produkt zu finden, das am besten zu den eigenen individuellen Hautbedürfnissen passt.


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Lilly Bellaroba

Lilly Bellaroba ist Kosmetikerin mit eidgenössischem Fachausweis
Fachrichtung Medizinische Kosmetik

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